Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 9. Juli 2025
Endgültige Jahresergebnisse 2024
Unfallstatistik Deutschland 2024 – Jahresbilanz
2.770
Verkehrstote 2024
↓ −69 ggü. 2023
365.000
Verletzte (davon 50.600 schwer)
↓ −1 % ggü. 2023
2,51 Mio.
Unfälle insgesamt
↓ −0,3 % ggü. 2023
50.600
Schwerverletzte – niedrigster Wert seit 1991
↓ −5 % ggü. 2023
8
Verkehrstote pro Tag im Schnitt
138
Schwerverletzte pro Tag
859
Leichtverletzte pro Tag
alle 15 Min.
ereignet sich ein Alkoholunfall
⚠ Vorläufige Zahlen 2025: Nach endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes sind im Jahr 2025 2.832 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen gest orben – 62 mehr als 2024. Damit stieg die Zahl wieder leicht an und liegt in etwa auf dem Niveau von 2023 (2.839). Diese Seite gibt den Stand der endgültigen Jahreszahlen 2024 wieder (Destatis, 9. Juli 2025).
Im Jahr 2024 sind in Deutschland 2.770 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das ist der drittniedrigste Wert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1953 – nur in den pandemiegeprägten Jahren 2020 und 2021 starben weniger Menschen im Straßenverkehr. Die Zahl der Schwerverletzten sank auf 50.300 – den niedrigsten Wert seit 1991.
Wo passieren die meisten Unfälle?
Unfälle nach Straßentyp und Ortslage
Die Mehrzahl der Unfälle ereignet sich innerorts – allerdings ist die Gefahr, bei einem Unfall getötet zu werden, auf Landstraßen bei weitem am höchsten. Die meisten Unfälle, 74 Prozent, ereigneten sich innerorts. Gleichzeitig starben bei Unfällen auf Landstraßen im Jahr 2024 insgesamt 1.571 Personen – das entspricht 57 Prozent aller Verkehrstoten.
Getötete 2024 nach Straßentyp
Landstraße
1.571 (57 %)
Innerorts
915 (33 %)
Autobahn
284 (10 %)
Innerorts: besonders gefährlich für schwache Verkehrsteilnehmer. 62 % der innerorts Getöteten waren zu Fuß (292 Personen) oder mit dem Fahrrad (278 Personen) unterwegs. Etwa ein Drittel der innerorts auf Fahrrädern Getöteten kam auf dem Pedelec ums Leben (100 Personen).
Hauptursachen
Die häufigsten Unfallursachen 2024
Verkehrsunfälle haben selten nur eine einzige Ursache – die Polizei erfasst bei jedem Unfall alle relevanten Faktoren. Die mit Abstand häufigste Ursache bei tödlichen Unfällen bleibt überhöhte Geschwindigkeit.
💨
Geschwindigkeit
30 %
30 Prozent der Todesfälle im Straßenverkehr gehen auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurück – auf Autobahnen sogar 43 %.
🍺
Alkohol am Steuer
35.100
Alkoholunfälle 2024: 198 Tote und 17.800 Verletzte. Durchschnittlich alle 15 Minuten ein Alkoholunfall auf deutschen Straßen.
🛑
Vorfahrtmissachtung
—
Missachtung der Vorfahrtsregeln zählt neben Abstandsverstößen, Abbiegen-Fehlern und Fahrstreifenwechsel zu den häufigsten Unfallursachen mit Personenschaden.
📱
Ablenkung / Handy
—
Ablenkung durch Smartphones zählt seit Jahren zu den wachsenden Risikofaktoren. Bußgeld bei Handynutzung am Steuer: 100 € + 1 Punkt in Flensburg.
😪
Übermüdung
—
Müdigkeit am Steuer erzeugt einen dem Alkohol vergleichbaren Effekt. Besonders auf Autobahnen und bei Langstreckenfahrten ein großes Risiko.
🦌
Wildunfälle
2.412
Im Jahr 2024 gab es 2.412 Wildunfälle mit Personenschaden. Außerorts besonders gefährlich in der Dämmerung.
Risikogruppen
Besonders betroffene Bevölkerungsgruppen 2024
Senioren (65+)
40 %
40 Prozent der Verkehrstoten im Jahr 2024 waren älter als 65 Jahre (1.101 Personen). Die meisten kamen als Pkw-Insassen ums Leben (434), gefolgt von Pedelec-Fahrenden (135) und Radfahrenden (150).
Kinder (unter 15)
53 Getötete
Im Jahr 2024 starben 53 Kinder unter 15 Jahren infolge eines Verkehrsunfalls – 9 mehr als 2023. Alle 19 Minuten wurde ein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt (27.200 Verletzte).
Fußgänger innerorts
292 Getötete
Fußgänger sind innerorts besonders gefährdet. 62 % der innerorts Getöteten waren Fußgänger oder Radfahrer. Häufige Ursache: Fehler beim Abbiegen durch Kraftfahrzeuge.
Radfahrer & Pedelecs
278 Getötete
278 Radfahrende starben 2024 bei Verkehrsunfällen innerorts. Hinzu kommen Todesfälle außerorts. Der Anstieg bei Pedelecs ist bei Senioren besonders ausgeprägt.
Lkw-Insassen (Autobahn)
54 Getötete
Auf Autobahnen verloren 284 Menschen ihr Leben. Darunter 169 Pkw-Insassen und 54 Insassen von Güterkraftfahrzeugen.
E-Scooter-Fahrende
steigend
Da der Bestand an E-Bikes und E-Scootern in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist, stieg auch die Zahl der verunglückten E-Bike- und E-Scooter-Fahrer bei Verkehrsunfällen an.
Regionale Unterschiede
Verkehrstote nach Bundesland (je 1 Million Einwohner, 2024)
Gemessen an der Einwohnerzahl gab es die meisten Todesopfer im Straßenverkehr in Mecklenburg-Vorpommern mit 59 und in Sachsen-Anhalt mit 52 Getöteten je 1 Million Einwohner. Weit unter dem Bundeswert von 33 Getöteten je 1 Million Einwohner liegen die Stadtstaaten: Berlin (15), Bremen (17) und Hamburg (21) sowie das Saarland (24) und Nordrhein-Westfalen (26).
Bundesland
Getötete je 1 Mio. Einwohner
Einordnung
Mecklenburg-Vorpommern
59
⚠ deutlich über Bundesschnitt
Sachsen-Anhalt
52
⚠ deutlich über Bundesschnitt
Brandenburg
ca. 50
⚠ über Bundesschnitt
Thüringen
ca. 48
⚠ über Bundesschnitt
Deutschland gesamt
33
Bundesschnitt
Nordrhein-Westfalen
26
✓ unter Bundesschnitt
Saarland
24
✓ unter Bundesschnitt
Hamburg
21
✓ deutlich unter Bundesschnitt
Bremen
17
✓ deutlich unter Bundesschnitt
Berlin
15
✓ deutlich unter Bundesschnitt
Warum liegen ländliche Bundesländer vorn? Der große Unterschied zwischen Stadtstaaten und ländlichen Bundesländern erklärt sich hauptsächlich durch die Straßenstruktur: In städtischen Gebieten dominiert der Innerortsverkehr mit niedrigen Geschwindigkeiten. In ländlichen Regionen ist der Anteil von Landstraßen hoch – und dort ereignen sich 57 % aller Verkehrstoten, häufig bei Frontalzusammenstößen mit überhöhter Geschwindigkeit.
Langzeitentwicklung
Verkehrstote in Deutschland – historischer Verlauf
Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland ist seit dem Rekordjahr 1970 um über 85 % zurückgegangen – einer der größten Sicherheitsfortschritte in der deutschen Verkehrsgeschichte. Gab es 1970 noch 19.193 Getötete zu beklagen, verstarben 2024 insgesamt 2.770 bei Verkehrsunfällen.
1970 – Allzeithoch: 19.193 Tote
Höchste je erfasste Zahl an Verkehrstoten in Deutschland. Kein Tempolimit auf Autobahnen, keine Gurtpflicht, kein ABS.
1984 – Gurtpflicht
Einführung der Anschnallpflicht. Zahl der Verkehrstoten sank in den Folgejahren deutlich.
1998 – ABS-Pflicht & Airbag
Fahrerassistenzsysteme werden Standard. Fortsetzung des Rückgangs auf unter 8.000 Tote.
2020 – Pandemiebedingtes Tief: 2.719 Tote
Massiver Rückgang des Verkehrsaufkommens durch COVID-19-Pandemie.
2021 – Historischer Tiefststand: 2.562 Tote
Niedrigster Wert seit Beginn der Zeitreihe (1953). Ebenfalls Corona-bedingt.
2022–2023 – Leichter Anstieg
Rückkehr zum normalen Verkehrsaufkommen nach der Pandemie: Wieder mehr Verkehrstote (2.761 / 2.839).
2024 – 2.770 Tote (drittniedrigster Wert)
Rückgang auf 2.770 – nach den Pandemiejahren der niedrigste Wert außerhalb von COVID-19. Schwerverletzte auf tiefstem Stand seit 1991.
2025 (vorläufig) – 2.832 Tote
Leichter Anstieg gegenüber 2024, in etwa auf dem Niveau von 2023. Endgültige Zahlen folgen im Laufe des Jahres 2026.
Ziel: Vision Zero – null Verkehrstote bis 2050
Die Verkehrsminister der EU streben mit „Vision Zero“ an, dass bis 2050 keine Menschen mehr bei Straßenverkehrsunfällen versterben. Trotz der enormen Fortschritte seit 1970 verdeutlicht die Stagnation bei 2.700–2.800 Toten pro Jahr in jüngster Zeit, dass weitere Maßnahmen nötig sind – insbesondere bei Landstraßen, älteren Verkehrsteilnehmern und E-Mobilität.
FAQ
Häufige Fragen zur Unfallstatistik Deutschland
Im Jahr 2024 starben in Deutschland 2.770 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen (endgültige Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes, Stand Juli 2025). Das sind 69 weniger als im Vorjahr (2023: 2.839) und der drittniedrigste Wert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1953. Zusätzlich wurden rund 365.000 Menschen verletzt, davon 50.600 schwer.
Die häufigste Ursache tödlicher Verkehrsunfälle ist überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit. 30 Prozent aller Todesfälle im Straßenverkehr gehen darauf zurück – auf Autobahnen sogar 43 Prozent aller bei Geschwindigkeitsunfällen Getöteten. Weitere wichtige Ursachen sind Alkohol am Steuer (198 Tote, 17.800 Verletzte in 2024), Ablenkung und Vorfahrtsmissachtung.
74 Prozent aller Unfälle (nach Anzahl) ereignen sich innerorts. Die meisten Toten gibt es jedoch auf Landstraßen: 57 Prozent aller Verkehrstoten (1.571 Personen) starben 2024 auf Landstraßen. Auf Autobahnen kamen 284 Menschen ums Leben (10 Prozent), innerorts 915 (33 Prozent). Fußgänger und Radfahrende sind vor allem innerorts besonders gefährdet.
Bezogen auf die Einwohnerzahl gab es 2024 die meisten Verkehrstoten in Mecklenburg-Vorpommern (59 je 1 Million Einwohner) und Sachsen-Anhalt (52). Der Bundesschnitt liegt bei 33. Am sichersten sind die Stadtstaaten: Berlin (15), Bremen (17) und Hamburg (21). Der Unterschied erklärt sich durch die Straßenstruktur: In ländlichen Regionen mit vielen Landstraßen ist das Unfallrisiko höher.
Die Entwicklung ist eine Erfolgsgeschichte der Verkehrssicherheit: 1970 starben in Deutschland 19.193 Menschen im Straßenverkehr – ein Allzeithoch. Bis 2024 sank diese Zahl auf 2.770, was einem Rückgang von über 85 Prozent entspricht. Wichtige Meilensteine waren die Gurtpflicht (1984), die Einführung von ABS-Systemen, schärfere Geschwindigkeitskontrollen und modernere Fahrzeugsicherheitstechnik. Den historischen Tiefststand erreichte Deutschland in den COVID-19-Jahren 2020 (2.719) und 2021 (2.562).
Die Unfallstatistik wird vom Statistischen Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden veröffentlicht. Grundlage sind die polizeilich erfassten Verkehrsunfälle aus allen 16 Bundesländern. Die vorläufigen Jahreszahlen erscheinen üblicherweise im Februar des Folgejahres, die endgültigen Ergebnisse im Juli/August. Daten findet man kostenlos auf der Website von Destatis.